Pädagogische Konzeption Waldkindergarten die Wiesenpieper e.V.

Geschichte
Die Wald- und Naturpädagogik hat ihren konzeptionellen Ursprung in Skandinavien. Schon 1892 wurde in Schweden eine Organisation ins Leben gerufen, die naturpädagogischen  Angebote für Kinder aller Altersstufen bereithielt. Der erste offizielle Waldkindergarten wurde in den fünfziger Jahren des 21. Jahrhunderts in Dänemark gegründet.
1968 wurde der erste Waldkindergarten Deutschlands in Wiesbaden gegründet.

Konzept
(Stand September 2018)
Waldkindergarten „Die Wiesenpieper e.V.“ Siegen
Güterweg 61
57076 Siegen

Ort
Von der Stadt Siegen ist der Standort im Tiergarten auf dem Siegener Wellersberg gepachtet worden. Der Laubmischwald bietet vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten im umliegenden weitläufigen Waldgebiet mit Lichtungen und Nadelgehölzen, am Hermels- und Scherbenbach und der angrenzenden Panzerwiese und dem Wildgehege. Das Gelände ist über einen Wanderparkplatz sowie Fußläufig oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen.

Personalausstattung
Die Gruppe umfasst 17-18 Kinder (davon drei U3-Plätze), mit drei bis vier pädagogischen Fachkräften (je nach Finanzierungsschlüssel). Die wöchentliche Betreuungszeit liegt momentan bei 25 Stunden. Zusätzlich werden regelmäßig Praktikant/innen angeleitet.

Raum- und Sachausstattung
Der Kindergarten verfügt über zwei Bauwägen, die eine multifunktionale Innenausstattung haben (klappbare Tische, verschiebbare Bänke). Beide Bauwägen können durch eine Gasheizung beheizt werden und dienen daher in den kalten Jahreszeiten als warmer Aufenthaltsort. Eine Komposttoilette sowie eine Wickelmöglichkeit ist in einem Bauwagen angeschlossen. Eine Küchenzeile mit Gasherd ist in einem Bauwagen vorhanden. In beiden Bauwägen ist ein Trockenschrank zur Trocknung von Kleidung vorhanden. Eine Fotovoltaikanlage liefert Strom.
Der Außenbereich des Geländes beinhaltet eine Werkbank, einen Waldmalort, einen Frühstückskreis, Sandkasten und vielfältige und wechselnde Klettermöglichkeiten und Rückzugsorte. Ergänzt wird der Außenbereich durch situativ einsetzbare Aufbauten, wie z.B. Hängematten und Seilaufbauten. Beim Aufenthalt außerhalb des Kindergartengeländes werden ein Mobiltelefon und ein Erste-Hilfe- Kasten mitgeführt.

Kleidung/Ausstattung der Kinder
Wetterfeste Kleidung, die gegen Kälte, Nässe und Hitze schützt, ist sehr wichtig. Im Sommer zählen dazu lange, dünne Hosen, langärmelige T-Shirts und Sonnenmützen, im Winter warme Kleidung.

Jedes Kind hat einen gut sitzenden Rucksack, der folgendes enthält:
• ein Handtuch
• Getränk in einem bruchsicheren Gefäß
• Frühstück in einem wiederverwendbaren Behälter
Ersatzkleidung für jedes Kind wird im Bauwagen gelagert oder im Bollerwagen mitgeführt.

Betreuung von Kindern unter drei Jahren
In unserer Kindergartengruppe werden drei Kinder unter drei Jahren betreut. Das bedeutet für die pädagogischen Mitarbeiter/innen, dass sie sich speziell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Jüngeren einstellen. Das pädagogische Angebot wird alters- und entwicklungsentsprechend auf das Alter der Kinder ausgerichtet. Um sie nicht zu überfordern, ist der regelmäßige Aufenthalt in einer Kleingruppe mit einer Bezugsperson besonders wichtig. Rückzugsmöglichkeiten werden im Bauwagen und im Außengelände vielfältig und bedürfnisorientiert eingerichtet, sodass der Vormittag gerade für die jüngeren Kinder so strukturiert werden kann, wie es deren Lebenswelt entspricht.

Fachkompetenz der Mitarbeiter/innen
Die Leiterin ist ausgebildete Erzieherin und Wald- und Naturpädagogin. Die jeweiligen Ausbildungen absolvierte sie berufsbegleitend an der Naturschule Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsladen Bonn und dem Lohmarer Institut für Weiterbildung (LIW).
Die Erzieher/innen verfügen über eine Bescheinigung eines Erste Hilfe-Kurses, der alle zwei Jahre aufgefrischt wird.
Mit der zuständigen Rettungsleitstelle werden regelmäßige Gespräche geführt. Diese besitzt einen Geländeplan vom Bereich, in dem sich die Waldkindergartengruppe aufhält. Da das Waldstück gut über den Wanderparkplatz erreicht werden kann, ist eine schnellstmögliche Versorgung gewährleistet.
Regelmäßige Auseinandersetzung mit Gesundheitsrisiken im Wald, z.B. Zecken, Fuchsbandwurm, Tollwut, giftigen Pflanzen und anderen Gefährdungen sind fester Bestandteil der Arbeit. Die Erzieher/innen führen einen Rucksack mit allem Nötigen mit (incl. 1.-Hilfe-Tasche, Trinkwasser sowie Handy).
Der Träger bildet seine Mitarbeiter/innen regelmäßig sowohl durch Berufsbegleitende Weiterbildungen (z.B.: Kojote Mentoring, Reggiopädagogik, Kräuterpädagogik, Systemische Beratung) als auch durch Tagesfortbildungen (z.B. Fachkenntnisse zu Niedrigseilaufbauten, Fachvorträge, etc.) fachlich weiter.

Pädagogisches Selbstverständnis und das Bild des Kindes

Bild des Kindes
Kinder sind eigenständige, ganze Menschen mit individuellen Fähigkeiten. Sie haben einen Anspruch darauf, vorurteils- und wertungsfrei angenommen zu werden. Kinder haben eigene Ausdrucksformen und wollen ernst genommen werden. Kinder sind von Natur aus neugierig, wissbegierig und wollen mit ihrer Umwelt in Beziehung treten. Sie tun dies phantasievoll und kreativ und wollen in ihrer Umwelt autonom agieren. Kinder haben einen eigenen Zeitrhythmus beim Spiel und brauchen daher ungestörte Spielabläufe. Kinder brauchen Platz für raumgreifende Bewegungsmöglichkeiten. Sie wollen die Grenzen ihrer Körperlichkeit erproben.

Gleichzeitig brauchen Kinder verlässliche, sichere und konkrete Beziehungen zu erwachsenen Bezugspersonen, die ihnen Halt und Orientierung bieten. Nur auf dieser Grundlage können sie vertrauensvoll, eigenverantwortlich und selbstsicher Erfahrungen machen und mit anderen in Beziehung treten.

Die UN-Kinderrechtskonvention ist Teil des pädagogischen Leitbildes der Einrichtung. Besonders dem Recht auf Spiel kommt im Kindergartenalltag eine bedeutsame Rolle zu. Im freien, selbstbestimmten Spiel machen Kinder alle wichtigen Lernerfahrungen und erproben und entdecken ihre soziale und natürliche Umwelt.

Die Erzieher/innen
Die Erzieher/innen verhalten sich dem Kind gegenüber authentisch, einfühlsam und unterstützend. Sie beobachten, stellen Fragen und ermuntern das Kind, seine Gefühle und Ideen auszudrücken. Sie nehmen Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes und begegnen ihm mit Achtung und Wertschätzung. Es geht nicht darum, Kinder zu verändern, sondern sie in ihren Eigenarten und Besonderheiten zu verstehen und zu respektieren. Sie helfen dem Kind, sich seinen Möglichkeiten entsprechend zu entwickeln, in dem sie es in seinen Lernprozessen und Entwicklungsbedürfnissen unterstützen.

Der „Raum“
Der Wald bietet, wie keine andere Umgebung, ein natürliches, vielseitiges Angebot von Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Die Kinder können sich jederzeit das Angebot heraus suchen, das für ihr Interesse im Augenblick am wichtigsten ist.

Dem Spiel- und Ideenreichtum der Kinder sind in der Natur wenig Grenzen gesetzt. Ohne vorgefertigtes Spielzeug entspringt eine Spielidee und fördert so die Entwicklung von Phantasie und Kreativität. Die Ruhe des Waldes unterstützt das intensive Erleben des Kindes und seine Auseinandersetzung mit sich und der natürlichen Umwelt. Der Wald bietet ihnen die Möglichkeit, konkrete Regeln zu erfahren und auszuhandeln, die einen direkten Bezug zu ihrer Lebenswelt haben.

Rolle der Eltern/Elternarbeit
Eltern sind als Expert/innen ihrer eigenen Lebenswelt wichtige Partner/innen des pädagogischen Geschehens. Durch Elternabende, Arbeitsgruppen oder gemeinsame Feste nehmen sie Anteil am Leben des Waldkindergartens. Das Fachwissen der Eltern kann durch Projekte den Kindergartenalltag bereichern. Die Eltern haben die verantwortungsvolle Aufgabe, ihre Kinder darin zu unterstützen, einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit der Natur zu entfalten.

Arbeitseinsätze, bei denen wir auf die Mithilfe von den Eltern angewiesen sind, finden mehrmals im Jahr statt. Termine dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Tagesablauf
Die Eltern bringen die Kinder morgens zwischen 8.00 und 9.00 Uhr zum Kindergarten. Von den Bedürfnissen der Kinder geleitete Strukturen und individuelle Rituale geben ihnen Sicherheit und Orientierung. Das Frühstück wird entweder im/am Bauwagen eingenommen oder nach einer kleinen Wanderung an einem vorher vereinbarten Platz, je nach Witterung im schützenden Wald oder auf einer sonnigen Lichtung. Das freie Spiel ist der Kern des Kindergartenalltags. Hier werden ganzheitliche Erfahrungen mit den Elementen der Natur gemacht, sei es beim Klettern auf Baumstämmen, beim Beobachten von Kleinlebewesen oder beim Rollenspiel. Neben dem Freispiel erfolgen regelmäßig unterschiedliche bedarfsorientierte Aktivitäten; etwa das Erzählen einer Geschichte, einer Bilderbuchbetrachtung, Schnitzen oder Werken. Die geplanten Angebote sind offen und orientieren sich in Dauer und Intensität an den Bedürfnissen der teilnehmenden Kinder.

Eine „Apfelpause“ findet täglich um 11 Uhr statt, bei der mitgebrachtes Obst und Gemüse gemeinsam verzehrt wird.
Die Kindergartenzeit endet um 13 Uhr.
Beim Bringen und Holen besteht für die Eltern die Möglichkeit zum kurzen Austausch mit den Erzieher/innen.

Pädagogische Ziele des Waldkindergartens
„Die Wiesenpieper e.V.“

1. Natur erleben: „Ich schütze, was ich liebe“
Durch die tägliche Begegnung gewinnen die Kinder grundsätzlich Einsichten in Sinn- und Sachzusammenhänge der Natur und die elementaren Gesetzmäßigkeiten. Sie erleben intensiv den Wechsel der Jahreszeiten mit ihren Besonderheiten, in Bezug auf Wetter, Flora und Fauna. Beim täglichen Spiel haben die Kinder die Möglichkeit, eine wertschätzende Einstellung zur Natur zu entwickeln.

2. Bewegung, Körperbewusstsein und Gesundheit
Die Kinder entdecken sich und die Welt durch Bewegung. Dadurch entwickelt sich ein gutes Körperbewusstsein. Die Natur ist der ideale Bewegungsraum. Es ist ein Auf und Ab, ein Hin und Her, bei dem der aufrechte Gang, die Körpererfahrung (auch beim Hinfallen) das Gleichgewicht, die Sinne, sowie die Grob- und Feinmotorik geschult und gefestigt wird. Das Klettern auf Bäume und Balancieren auf Baumstämmen fordert und fördert die Körperbeherrschung. Eigene Möglichkeiten und Grenzen können besser eingeschätzt und erweitert werden, was nicht zuletzt positive Auswirkungen auf das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl hat. Durch den ständigen Aufenthalt in der Natur wird das Immunsystem gestärkt, die Kinder sind weniger anfällig für Krankheiten.

3. Sozialkompetenz
Der Wald fordert die Kooperation und Konstruktivität der Kinder während des Spiel heraus. In der Gruppe lernen die Kinder, Rücksicht zu nehmen. Die Großen helfen den Kleinen z.B. beim Klettern über Baumstämme. Ängstliche Kinder werden von den anderen an die Hand genommen. Der Spielraum Natur regt zum Rollenspiel an. Dabei lernen die Kinder, selbst Spielregeln zu entwerfen und untereinander abzustimmen. Entstehende Konflikte zu lösen ist dabei fester Bestandteil des Prozesses.

4. Sprachförderung
Eine jährliche Dokumentation des Sprachstandes jedes einzelnen Kindes findet statt (Basik). Durch die immer wieder veränderbaren Spielsituationen entsteht unter den Kindern ein ständiger Dialog. Es entsteht die Notwendigkeit, Sachverhalte immer wieder neu zu erklären und Absprachen zu treffen. Der Wald bietet auch den Kindern, die sich sonst nicht „trauen“, das Umfeld, um sprachlich aktiv zu werden. Durch Rollenspiele mit Naturmaterial wird das freie Erzählen gefördert. Auch gezielte Sprachförderung, wie Bilderbuchbetrachtungen und Reime, Lieder und Gedichte haben ihren festen Raum im Wald(kindergarten).

5. Phantasie und Kreativität, musische und ästhetische Bildung
Das Fehlen von zweckgebundenem Spielzeug regt Phantasie und Kreativität an. Im Wald kann ein Stock mal eine Angel, ein Schwert oder eine Fahne sein. Durch diese einfachen, leicht zu bearbeitenden Materialien bekommen die Kinder ein gesundes Gefühl für ihre eigenen Fertigkeiten. Die Neugier und der Drang, auszuprobieren werden geweckt, weil vorgefertigtes Spielzeug fehlt. Sie konsumieren nicht, sie haben die Möglichkeit selbst kreativ zu werden.
Ziel ist es, Lebenskompetenzen wie Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Frustrationstoleranz, Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit zu entwickeln. Naturpädagogik ist im weitesten Sinn frühe Suchtprävention. Das Erlernen kreativer Lösungen ist auch im Erwachsenenalter hilfreich in Problemsituationen.
Musikalische und künstlerische Anregungen sind fester Bestandteil des Alltags im Wald. Diverse Musikinstrumente sind den Kindern jederzeit zugänglich. Am Waldmalort können die Kinder möglichst bewertungsfrei und selbstbestimmt in konzentrierter Atmosphäre großflächig malen.

6. Schulfähigkeit
Für einen guten Start in die Schule ist eine ausreichende Reifung des Kindes in allen Bereichen der Ich-, Sozial- und Sachkompetenz vonnöten. Dazu gehören:

  • körperliche und gesundheitliche Stabilität
  • motorische Fähigkeiten, die eine gewisse Körperbeherrschung belegen
  • Selbständigkeit in der Alltagsbewältigung
  • Neugier, Freude am Lernen und an den wachsenden Möglichkeiten, Planungsfähigkeit, Willenskraft, Ausdauer, Frustrationstoleranz
  • die Fähigkeit, sich in eine Gruppe einzufügen, Kontaktfähigkeit, konstruktive Lösungsstrategien
  • Sprach- und Kommunikationskompetenz, z.B. vor anderen sprechen, einen eigenen Gedanken in Worte fassen, anderen zuhören und warten können, bis man selbst an der Reihe ist, verbale Anweisungen verstehen und ausführen können
  • Selbstregelung, Interesse an Regeln, Regeln verstehen, einhalten und selbst aufstellen können
  • Eine ausreichende Orientierung in Raum und Zeit

Die Kinder sind im Wald hoch konzentriert und lernbereit. Der Wald bietet die natürliche Atmosphäre zur Förderung von emotionaler Ausgeglichenheit. Farben, Formen und Größen können mit Material aus der Natur erlernt werden. Für die grob- und feinmotorische Entwicklung ist der Wald bestens ausgestattet.

7. Partizipation (Mitbestimmung) der Kinder
Der Alltag des Kindergartens ist an den Bedürfnissen, Ideen, Vorstellungen, Themen und Projekten der Kinder orientiert. Das tägliche Miteinander und die Aktivitäten werden gemeinsam geplant und umgesetzt. Dabei werden die Kinder als Expert/innen ihrer eigenen Belange angesehen.

Kinder werden in Entscheidungsprozesse altersgemäß durch Gespräche einbezogen. Rahmenbedingungen werden den Kindern möglichst transparent und verständlich vermittelt.

8. Religion und Werte
Der Kindergarten gehört keiner Konfession oder weltanschaulichen Organisation an. Der Wertevermittlung liegt ein humanistisches Menschenbild zu Grunde. Insbesondere Toleranz, Gleichberechtigung und Autonomie sind Werte, die den Kinder im Kindergarten durch Vorleben, im Gespräch und im alltäglichen Tun vermittelt werden sollen.
Bräuche und Feste im Kindergarten orientieren sich an den Lebenswelten der Kinder und sollen die Vielfältigkeit dieser abbilden.

9. Inklusion
Die Inklusion von Menschen mit besonderen Bedarfen ist Bestandteil der Aufgaben der Einrichtung. Der Kindergarten hat die nötigen fachlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine inklusive Betreuung von Kindern mit Behinderung.

10. Mathematische und naturwissenschaftliche Bildung
Farben und Formen der Gegenstände im Wald im Jahresverlauf, Zählen und Ordnen, physikalische Zusammenhänge durch Experimentieren z.B. mit Wasser und Holz (Aggregatzustände Schwerkraft, Volumen, Schwimmfähigkeit) und vieles mehr bieten ein umfangreiches Erfahrungsfeld, in dem Kinder mathematische und  naturwissenschaftliche Zusammenhänge konkret und direkt erleben können.

11. Medienbildung
Die Kinder werden durch den lebensnahen Einsatz von neuen und alten Medien an diese herangeführt. Vorlesen von Kinderbüchern, die Verwendung von Büchern und Apps zur Bestimmung von Tieren und Pflanzen, die Betrachtung der Dokumentationsmappen und Fotos, die Recherche von Informationen im Internet und vieles mehr ermöglichen den Kindern einen Einblick und erste Erfahrungen im Umgang mit Medien.

Exkursionen
Regelmäßig finden Ausflüge und Exkursionen zu verschiedenen Veranstaltungen statt. Besuche der Stadtbibliothek, der Museen und des Theaters gehören ebenso dazu, wie die Besichtigung der Feuerwehr, des Krankenhauses und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Die Ausflüge werden halbjährlich geplant und durch Elternbriefe rechtzeitig bekannt gegeben. Auch spontan entschiedene Exkursionen gehören in den  Waldkindergartenalltag. So kann es sein, dass diese am Tag vorher angekündigt werden.

Beobachtung und Dokumentation
Das Beobachten des Gruppengeschehens und der einzelnen Kinder hat einen großen Anteil am Kindergartentag und findet nach dem Konzept der Wahrnehmenden Beobachtung statt. Die Reflexion der Beobachtungsdokumentation im Team dient dazu, Einblicke in die Lernentwicklung zu gewinnen, ihre Potenziale zu erkennen und zu unterstützen. Das Dokumentieren ermöglicht das Nachvollziehen von Entwicklungsschritten des Kindes und die Beschreibung seiner Zeit im Kindergarten. Die Bildungsdokumentationen werden fortlaufend geschrieben und mit den Eltern besprochen.

Entwicklungsgespräche
Einmal jährlich finden Elterngespräche statt, in denen die Entwicklungs- und Lernprozesse des Kindes besprochen werden. Für eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre ist es uns ein Anliegen, Fragen und Wünsche der Eltern in unsere Arbeit zu integrieren. Bei Bedarf stehen die pädagogischen Mitarbeiter/innen für weitere Gespräche zur Verfügung.

Hospitation
Zum Kennenlernen des gesamten Tagesablaufes im Waldkindergarten können Eltern nach Vereinbarung ein oder mehrere Tage hospitieren. Sie erhalten Einblick in das Spielverhalten ihrer Kinder und das pädagogische Handeln der Erzieher/innen und die aktuelle Themenstellung der Gruppe.

Elternrat
Der Elternrat besteht aus zwei gewählten Mitgliedern der Elternschaft. Die Wahl findet jährlich im ersten Quartal des neuen Kindergartenjahres statt.

Rat der Tageseinrichtung
Der Rat der Tageseinrichtung besteht aus den Elternvertreter/innen, den Vorstandsmitgliedern und den pädagogischen Mitarbeiter/innen. Er tagt mindestens einmal im Jahr.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Als Waldkindergarten kooperieren wir mit den Grundschulen und Kindergärten vor Ort, die wir gerne zu gemeinsamen Waldprojekten einladen. Mit der Umweltabteilung der Stadt Siegen besteht eine Zusammenarbeit zwecks Bauen und Anbringen von Nistkästen und gemeinsamen ökologischen Projekten.
Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter/innen, Eltern und Interessierte bietet der NABU-Siegen an. Die NABU- Kindergruppe ist eine Partnergruppe, die in den Ferien zu gemeinsamen Aktionen im Wald eingeladen wird. Wir stehen im ständigen Kontakt zu dem Förster und erfahren durch ihn, ob z.B. Baumfällarbeiten an bestimmten Orten und Zeiten durchgeführt werden oder ob witterungsbedingte Einschränkungen im Begehen von Waldstücken zu beachten sind. Wir laden ihn gerne ein, die Kinder und Eltern als Fachmann zu begleiten.

Trägerschaft
Der gemeinnützige Verein „die Wiesenpieper e.V.“ ist Trägerverein des Waldkindergartens. In diesem Verein sind Eltern von Waldkindern sowie Freund/innen und Unterstützer/innen als Mitglieder bzw. im Vorstand aktiv. Die Mitgliedschaft der Kindergarteneltern im Verein ist Pflicht und Teil des Aufnahmevertrags. Der Verein ist Mitglied im DPWV (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband).